Welche Auswirkungen haben Kriege auf das Klima? (von Sofia Ferak)

Welche Auswirkungen haben Kriege auf das Klima?

Kriege sind schrecklich und grausam. Viele Menschen verlieren ihr Leben, müssen Hunger leiden und erleben Traumatisches. Doch Kriege sind nicht nur moralisch nicht vertretbar und ungerecht, sondern sie zerstören auch die Umwelt und haben verheerende Auswirkungen auf das Klima.

Aktuelle Kriege

Derzeit gibt es weltweit 59 laufende Kriege. So auch in der Ukraine und in Gaza herrscht, wie uns allen bekannt, Krieg. Aber auch in Myanmar, im Sudan und in der Demokratischen Republik Kongo. Die meisten militärischen Auseinandersetzungen finden in Afrika, im Nahen und Fernen Osten und in Südamerika statt. (1)

Direkte CO2-Emissionen

Das Militär ist wie der Rest der Welt selbst von fossilen Brennstoffen abhängig. Kampfflugzeuge, Fahrzeuge und Panzer verbrauchen Unmengen an Diesel und Kerosin. Außerdem werden sie aus Aluminium und Stahl hergestellt. Zwei Materialien, deren Produktion viel Kohlenstoff freisetzt. Beim Wiederaufbau von Gebäuden und Straßen wird auch viel Kohlenstoff produziert. Die Herstellung von Waffen, Fahrzeugen und Munition ist eine der Hauptemittenten im Militär. (2)

Das US-Heer ist der größte institutionelle CO2-Emittent weltweit. Es emittiert Schätzungen zufolge mehr Kohlenstoff als 148 der 195 Länder der Welt. Das liegt, wie vorhin erwähnt, an der Herstellung von Waffen, dem Transport und der Verbrennung von  fossilen Brennstoffen. (1)

Zerstörung von Infrastruktur und Umweltschäden

Die Zerstörung von gesundheitlicher Versorgung, Wasser- und Lebensmittelversorgung hat verheerende Auswirkungen auf die zivile Bevölkerung. Zivile Infrastruktur, wie Krankenhäuser, Schulen und Wohnhäuser werden oft zerstört. Unschuldige Zivilisten sterben dabei, Überleben wird zum Hauptziel. Der Wiederaufbau der zerstörten Gebäude emittiert viel CO2. (2)

Auswirkungen auf Ökosysteme und Landnutzung

Zu den Auswirkungen von Kriegen auf ganze Ökosysteme zählen Entwaldung, Wasserverschmutzung und Tötung und Verletzung von Nutztieren. Die Folgen, die Kriege auf unsere Ökosysteme haben, sind schrecklich und bleiben oft für lange Zeit. Sie wirken sich somit auf das zukünftige Leben aus. Einige dieser Auswirkungen sind direkt sichtbar und spürbar, manche entwickeln sich jedoch langsam oder sind irreversibel.

Brände, Explosionen und Truppenbewegungen zerstören Wälder und natürlichen Habitate. In der Ukraine wurden 12.000 Quadratkilometer Naturschutzgebiete in Kriegsgebiete verwandelt und über 100.000 Hektar Wald- und Grünflächen wurden zerstört.

Die Verseuchung von Wasser geschieht leider ebenfalls oft durch Explosionen, die Schwermetalle und Sprengstoffrückstände freisetzen. Zerstörte Industrieanlagen und Kraftstoffdepots lassen dann schädliche Chemikalien in Flüsse und Gewässer, die dann das Wasser vergiften und Lebewesen töten.

Die Folgen von Kriegen auf die Natur sind nicht nur kurzfristig zu sehen, sondern haben auch langfristige Auswirkungen. Die Umweltverschmutzung belastet zukünftige Menschen, Tiere und Ökosysteme. Giftige Kriegsrückstände können Regionen jahrzehntelang unbewohnbar machen. (3)

Im Vietnamkrieg entlaubten die USA durch “Agent Orange” und weitere Herbizide ca. 14 bis 44% der Wälder in Vietnam, die sich nur nach langer Zeit oder gar nicht regenerieren können. Die Folgen davon sind immer noch zu sehen und zu spüren. (2)

Warum ein nachhaltiges Militär in naher Zukunft (fast) ausgeschlossen ist

Die meisten militärischen Emissionen werden nicht offengelegt und sind weitgehend vom Pariser Klimaabkommen ausgeschlossen. Das Abkommen besagt, dass die Berichterstattung von den Emissionen, die das Militär produziert, freiwillig ist. Im Umkehrschluss ist es den meisten Ländern egal, wie viel CO2 sie produzieren und treten keinen Wandel im Militär ein. Österreich und Slowenien sind die einzigen zwei Länder in Europa, die sich dazu verpflichten den Ausstoß auf Militärbasen und die Treibstoffnutzung militärischer Ausrüstung und Fahrzeuge auf 0 zu setzen. (1)

Friedenszeiten und Chancen für Klimaschutz

Durch Kriege und Katastrophen rückt die Bekämpfung der wohl größten Katastrophe, der Klimakrise, in den Hintergrund. Es müssen alle Länder beteiligt sein am Bekämpfen des Klimawandels, auch die, die momentan Krieg führen. Dazu wäre ein Waffenstillstand und Unterstützung für die Länder, um auf eine nachhaltige Energiewirtschaft umzusteigen, nötig. Es braucht einen grundlegenden Wandel, in dem die Bedürfnisse der Menschen im Mittelpunkt stehen. (4)

Gewalt und Krieg sind niemals die Lösung und doch herrscht derzeit so viel Krieg wie seit Langem nicht mehr. Man kann auf Demonstrationen gehen, sich mit anderen Menschen oder Gruppen zusammenschließen oder selbst Zeichen für den Frieden setzen. Oft vergessen Menschen, die in einem Land leben, wo kein Krieg herrscht, was für ein Glück sie haben, dort zu leben. Rede mit den Menschen in deinem Umfeld und setze sich für den Frieden, zum Beispiel durch Spenden ein. (5)

Quellen:

  1. Wiener Zeitung (2025). Krieg tötet – auch das Klima URL: https://www.wienerzeitung.at/a/krieg-toetet-auch-das-klima (letzter Zugriff: 29.11.2025)
  2. Der Pragmaticus (2023). Die Klimafolgen dieses Krieges. URL: https://www.derpragmaticus.com/r/klimafolgen-krieg (letzter Zugriff: 29.11..2025)
  3. Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien (2025). Stille Frontlinie: Wie der Krieg die Natur zerstört. URL: https://www.zois-berlin.de/publikationen/zois-spotlight/stille-frontlinie-wie-der-krieg-die-natur-zerstoert (letzter Zugriff: 29.11..2025)
  4. Ziviler Friedensdienst (2022). Klimakiller Krieg. URL: https://www.ziviler-friedensdienst.org/de/themen/klimakrise/gastbeitrag-klimakiller-krieg  (letzter Zugriff: 29.11.2025)
  5. Greenpeace (2025). Aktionen für den Frieden. URL: https://www.greenpeace.de/engagieren/aktionen-frieden (letzter Zugriff: 29.11.2025)

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