Atomkraft (von Sofia Ferak)

Atomkraft? Nein danke

Einleitung

Atomkraft und Kraftwerke sind ein kontroverses Thema. Atomkraft bietet neben den Vorteilen, wie geringer CO2 Ausstoß, leider auch große Nachteile, wie Tschernobyl (1986) und Fukushima (2011) zeigten. Die Vor- und Nachteile, der Bezug Österreichs zu Atomkraft und mögliche umweltfreundliche Alternativen werden in diesem Artikel zusammengefasst.

Was ist Atomkraft?

In Atomkraftwerken werden Atome gespalten, was zur Freisetzung von Energie führt. Meistens werden Uran oder Plutoniumatome gespalten. Durch die Spaltung dieser Atome wird viel Wärme freigesetzt, durch die dann Dampf hergestellt wird. Folglich treibt der Dampf Turbinen an, die durch Generatoren Strom produzieren. (1)

Österreich und Atomkraft

Bekanntlich hat Österreich kein funktionierendes Atomkraftwerk. 1978 war eine Volksabstimmung durchgeführt worden, ob das AKW Zwentendorf an der Donau in Betrieb genommen werden soll. Das österreichische Volk entschied sich jedoch mit 1.606.308 Stimmen dagegen, was 50,47 % der abgegebenen Stimmen entsprach. Das AKW Zwentendorf ist das einzige Atomkraftwerk der Welt, das fertig gebaut wurde, jedoch nie in Betrieb genommen worden war. So setzte Österreich ein klares Nein gegen Atomkraft. (2)

Vorteile

  1. Geringe Kohlenstoffemissionen. Atomkraft hat die Fähigkeit mit geringen Kohlenstoffemissionen enorme Mengen an Elektrizität zu produzieren. Aufgrund der Notwendigkeit Emissionen deutlich zu reduzieren, bieten Kernkraftwerke eine „saubere“ Alternative zu fossilen Brennstoffen.
  2. Hohe Energiedichte. Für eine enorm große Menge an Energie benötigt man nur eine geringe Menge an Brennstoff. Ein einziges Uranpellet (Größe einer Fingerspitze) erzeugt genauso viel Energie wie 1 Tonne Kohle. Dies ermöglicht es Kernkraftwerken möglichst effizient zu operieren und große Mengen Strom aus kleinen Mengen Brennstoff zu erzeugen.
  3. Weniger Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Durch Kernenergie kann man die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen, wie zum Beispiel Kohle, Öl und Erdgas minimieren. Diese Unabhängigkeit reduziert die Treibhausgasemissionen.
  4. Zuverlässige Stromversorgung. Atomkraft bietet eine kontinuierliche Stromversorgung. Im Gegensatz zu Solar- oder Windenergie die abhängig sindvon Sonneneinstrahlung und den Windverhältnissen, sind Reaktoren ständig in Betrieb und können unabhängig von Wetter oder Tageszeit Strom erzeugen. (1)
  5. Kosten. Die Betriebskosten von Kernenergie sind deutlich niedriger als die von Wind- oder Solarenergie. Die Entwicklungskosten sind aber ähnlich. Bei Erdgas und Kohle sind die Vorlaufkosten ebenfalls niedriger, weswegen sie auch wirtschaftlich attraktiver sind. (3)

Nachteile

  1. Unfälle. Obwohl die meisten Atomkraftwerke äußerst sicher gebaut sind, kann es immer zu Unfällen kommen, wie zum Beispiel in Tschernobyl und Fukushima. Solche Unfälle können verheerende Auswirkungen auf das umliegende Ökosystem haben und weltweit umweltschädlich sein.
  2. Radioaktiver Abfall. Wie schon vorhin erwähnt, sind zwar die Treibhausgasemissionen niedriger als bei der Herstellung von fossilen Brennstoffen, jedoch erzeugt Kernenergie gefährliche radioaktive Abfälle, was ebenfalls langfristige Umweltrisiken bringen kann. Die Entsorgung von Atommüll ist kostenverbunden und eine richtige Recyclingmöglichkeit wurde noch nicht entdeckt.
  3. Uran. Kernenergie basiert auf Uran, was eine endliche Ressource ist. Die Uranvorräte in einigen Ländern könnten schon bald ausgeschöpft sein. Außerdem bringt der Uranabbau erhebliche Umweltauswirkungen mit sich, da auch die Bergbaumethoden nicht völlig umweltfreundlich sind.
  4. Kosten und lange Bauzeiten. Der Bau eines Atomkraftwerks ist extrem teuer und langwierig. Neben den Anfangskosten entstehen auch laufende Kosten für die Abfallentsorgung, Wartung und die Stilllegung nach Ablauf der Lebensdauer des Kraftwerks an.
  5. Ausstieg aus der Kernenergie. Die Stilllegung eines Kraftwerks ist mit erheblichen finanziellen und logistischen Herausforderungen verbunden. Da man ein Atomkraftwerk nicht einfach so ausschalten kann, muss es mehrere Jahre lang gekühlt werden ohne zu operieren. Das ist sehr unattraktiv, da nur Geld hineingesteckt und kein Gewinn gemacht wird. (3)

Alternativen

Es gibt einige Alternativen zu Atomkraft. Obwohl anfangs Atomkraft sehr attraktiv scheint, sollten Alternativen gefördert werden.

Erneuerbare Energien als Alternative:

  1. Solarenergie kann teuer in der Anschaffung sein, erzeugt jedoch wenig Abfälle.
  2. Windenergie kann das  Landschaftsbild  stören, ist aber eine der billigsten erneuerbaren Energiequellen.
  3. Wasserkraft erzeugt kontinuierlich Energie, kann jedoch negative Auswirkungen auf die Umwelt haben.
  4. Geothermie ist eine effiziente Energiequelle, jedoch nicht überall verfügbar.
  5. Biomasse ist umweltfreundlich, geht aber zulasten der Nahrungsmittelproduktion.

Es ist klar, dass es bereits einige effiziente Alternativen gibt, die allerdings auch alle verschiedene Nachteile haben. Langfristig haben erneuerbare Energien aber  die beste Bilanz. (4)

Atomkraftwerke und Umweltbelastungen

Wie schon vorhin erwähnt, ist der Abbau von Uran umweltschädlich. Bergwerke erzeugen Bergbauabfälle und emittieren Radon, ein radioaktives Gas. Außerdem erzeugt die Verarbeitung von Uran schwach radioaktiven Abfall und verbraucht große Mengen Wasser, was sich negativ auf die lokalen Ökosysteme auswirkt. Kernkraftwerke selbst produzieren wenig Emissionen, allerdings kann Abwärme aus dem Kühlprozess entstehen. Dafür werden enorme Mengen Fluss- oder Meerwasser benötigt. . Die Entsorgung  kann wiederum zu einem Anstieg der Wassertemperatur führen und temperaturempfindliche Arten im Wasser schädigen. Radioaktiver Abfall bleibt über Tausende von Jahren radioaktiv, deshalb muss er sicher in Anlagen gelagert werden. Diese Anlagen müssen an einem stabilen Standort stehen. Bei einem nuklearen Unfall kann die freigesetzte Strahlung Land und Wasserflächen zerstören und die Flora und Fauna über Jahrzehnte oder Jahrhunderte schädigen. (5)

Zukunftsperspektiven

In vielen Ländern werden weiterhin Atomkraftwerke gebaut, da die Technik sich ständig weiter entwickelt. Es werden neue Technologien und Systeme für Kraftwerke entwickelt. In letzter Zeit geht der Trend in Richtung kleinerer Reaktoren, sie sollen schneller aufgebaut werden können, um die Kosten zu minimieren. Der Strombedarf steigt weiterhin, auch aufgrund der Nutzung von KI, aber Atomkraft könnte als Übergangstechnologie gesehen werden bis genug Strom aus erneuerbaren Energiequellen produziert und gespeichert werden kann. (6)

Langfristig gesehen sind erneuerbare Energien viel attraktiver, da sie sicherer sind, weniger Müll produzieren und bessere Auswirkungen auf die Ökosysteme und Umwelt haben. (7)

Fazit

Neben den Vorteilen, wie zum Beispiel einer geringeren Emissionsrate und großer Effizienz der Energiegewinnung, gibt es auch verheerende Nachteile wie zum Beispiel nukleare Unfälle oder die Lagerung von radioaktiven Abfall. Atomkraftwerke bieten zwar eine „saubere“ Herstellung von Strom, jedoch können sie auch langfristige Auswirkungen auf umliegende Ökosysteme haben. Neben den fossilen Brennstoffen und Atomkraft gibt es einige Alternativen, die sich langfristig als umweltfreundlicher herausstellen. Wenn in dem Bereich der erneuerbaren Energien zukünftig mehr geforscht wird, wird es sicherlich effizientere und umweltfreundlichere Wege geben Energie zu gewinnen.

Quellen

  1. Nachhaltige-Produktion (2024). https://nachhaltige-produktion.de/kernenergie-vor-und-nachteile/
  2. Bundesministerium für Klima- und Umweltschutz. https://www.bmluk.gv.at/themen/klima-und-umwelt/nuklearpolitik/zwentendorf.html
  3. Energy Theorie (2023). https://energytheory.com/de/Vor–und-Nachteile-der-Kernenergie/
  4. Technikaktuell (2023). https://technikaktuell.com/vor-und-nachteile-von-atomkraftwerken/
  5. Kernenergie (2024). https://kernenergie.technology/was-ist-kernenergie/vor-und-nachteile-der-kernenergie/auswirkung-auf-die-umwelt
  6. Tagesschau (2025). https://www.tagesschau.de/wissen/technologie/faq-atomkraft-100.html
  7. Energie Jornal (2025). https://energiejournal.at/vergleich-atomkraft-und-erneuerbare-energien-was-ist-zukunftsfaehiger/

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