Meta Beschreibung
Die Kraft des Windes gehört zu den wichtigsten erneuerbaren Energiequellen weltweit. Die Bewegungsenergie der Luft wird mittels Windräder zur Erzeugung von Strom genutzt. In Zeiten der Klimakrise und steigender Energiepreise gewinnt diese Technologie immer mehr an Bedeutung. Auch in Österreich wird der Ausbau von Windkraftanlagen diskutiert, um fossile Energieträger zu ersetzen und dadurch die Energieversorgung nachhaltiger zu gestalten.
Dieser Artikel beschreibt den aktuellen Stand der Windenergie in Österreich, vergleicht sie international und analysiert Kosten, Energieertrag, geeignete Standorte sowie mögliche Umweltfolgen.
Wie funktioniert eine Windkraftanlage?
Schon lange wurde die Kraft des Windes zur Erzeugung von mechanischer Energie z.B. in Windmühlen genutzt. Für die Umwandlung in elektrische Energie wird das Auftriebsprinzip genutzt. Durch unterschiedliche Wölbungen der Rotorblätter an Ober- und Unterseite entsteht bei Drehung ein Unterdruck. Die dabei entstehende Kraft wird in einem Generator in elektrische Energie umgewandelt. Je schneller sich die Spule im Inneren des Generators dreht, desto mehr Strom wird erzeugt. Der so produzierte Strom wird dann ins Stromnetz eingespeist.
Moderne Grosswindanlagen haben folgende typische Eigenschaften:
· Höhe: 100–200 m
· Rotorblätter Länge: bis zu 60 m
· Leistung: meist 2–6 Megawatt pro Anlage je nach Lage und Windstärke
· Errichtungskosten bis zu 10 Mio €
Eine einzelne moderne Anlage kann mehrere tausend Haushalte mit Strom versorgen.
Kleine Windkraftanlagen sind nur für ausgesuchte Standorte sinnvoll, sie sind ca. 10-20 m hoch und die Windanströmung wird oft durch Geländeunebenheiten behindert. Eine Montage am Dach ist aufgrund möglicher starker Kräftefreisetzung und Vibrationen kaum möglich.
Aktueller Stand der Windenergie in Österreich
Ende 2024 gab es in Österreich rund 1.450 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von etwa 4.000 Megawatt. Diese erzeugten rund 9,3 Terawattstunden (TWh) Strom, was etwa 15–16 % des österreichischen Strombedarfs entspricht. (1 Terawatt = 1 Mio Megawatt).
Die meisten Windräder befinden sich aufgrund einer besseren geografischen Lage (grössere Ebenen) in Ostösterreich, besonders in Niederösterreich, Burgenland und der Steiermark.
Niederösterreich allein produziert mehr als die Hälfte der Windenergie Österreichs.
In den westlichen Bundesländern wie Tirol, Salzburg oder Vorarlberg gibt es derzeit kaum oder keine größeren Windparks. Windkraft ist zwar auch in den Alpen möglich, jedoch schwieriger. Extreme Wetterbedingungen und schwieriger Transport erhöhen die Kosten. Ein Beispiel ist der Tauernwindpark in der Steiermark auf etwa 1900 m Höhe.
Die österreichische Regierung plant jedoch einen starken Ausbau der Windenergie. Bis 2030 sollen zusätzliche 10 TWh Windstrom pro Jahr erzeugt werden.
Was kostet Windstrom?
In den sogenannten Stromgestehungskosten werden Baukosten, Wartung, Betrieb und Stromproduktion berücksichtigt.
Onshore-Windenergie (Windräder an Land) gehört heute zu den günstigsten Stromquellen. Die Produktion einer Kilowattstunde (kWh) Strom aus Windenergie kostet ca. 4–8 Cent.
Diese Kosten sind bei Gas- oder Kohlekraftwerken meist höher und stark abhängig von Brennstoffpreisen. In vielen Fällen ist Windstrom bereits günstiger als Strom aus neuen fossilen Kraftwerken.
Energieertrag
Der Energieertrag hängt stark vom Standort ab. Ein wichtiges Maß sind die sogenannten Volllaststunden – also die Stunden, in denen eine Anlage theoretisch mit voller Leistung laufen würde.
- In Österreich: ca. 2.000–2.500 Stunden pro Windrad/Jahr
- In Offshore-Windparks (Meer): bis zu 4.000 Stunden
Je höher der Wind und je konstanter er weht, desto wirtschaftlicher ist eine Anlage. Bereits bei 12-14 km/h Wind kann Strom produziert werden, volle Leistung wird bei 50-60 km/h erreicht.
Oft sieht man Windräder, die sich trotz starkem Wind nicht drehen – die Erklärung liegt darin, dass bereits zuviel Strom im Netz vorhanden ist.
Internationale Vergleiche
Die Nutzung der Windenergie zu Stromerzeugung in Europa verzeichnete in den letzten zehn Jahren einen Anstieg um 120 %, was sie zu einem Hauptinstrument im Kampf gegen den Klimawandel macht.
Deutschland gehört zu den größten Windenergienutzern Europas. Vor allem im Norden des Landes sowie in der Nord- und Ostsee befinden sich große Windparks.
Dänemark deckt teilweise 50 % des Stromverbrauchs über Windenergie ab.
Litauen ca. 40%.
China ist weltweit der größte Produzent von Windenergie und baut sowohl Onshore- als auch Offshore-Windparks in sehr großem Maßstab.
Geeignete Landschaften für Windkraftnutzung
Die wichtigsten Faktoren für effiziente Energiegewinnung
– konstante Windgeschwindigkeit
– ausreichend Platz
– Zugang zum Stromnetz
Flache und offene Landschaften erfüllen diese Bedingungen, ebenso wie Windparks im Meer, sogenannte Offshore Anlagen:
Sie haben mehrere Vorteile:
– stärkere und gleichmäßigere Winde
– weniger Konflikte mit Bevölkerung
– höhere Energieproduktion
Sie sind aber teuer in Errichtung und Wartung. Länder wie Großbritannien oder die Niederlande setzen stark auf diese Technologie. Die Nordsee soll zum größten Energie-Hub der Welt ausgebaut werden, mit dem Ziel, die Leistung bis 2050 zu verzehnfachen.
Wüsten
Auch Wüsten könnten gute Standorte sein, da dort oft starke Winde auftreten. Allerdings fehlen dort häufig Stromnetze oder Infrastruktur.
Umweltwirkungen und Risiken
– Windräder sind sehr groß und können das Landschaftsbild verändern.
– Rotorblätter können Vögel treffen, besonders bei schlecht geplanten Standorten.
– Rotorblätter nicht recycelbar, Entsorgung nach 25 Jahren Nutzungsdauer?
– Manche Anlagen können Geräusche erzeugen.
– Der Schattenwurf wird ebenfalls oft als störend empfunden.
– Platzbedarf – allerdings bleibt der Boden meist landwirtschaftlich nutzbar.
Zukunftsperspektiven
Die Zukunft der Windenergie gilt als sehr vielversprechend. Expert:innen arbeiten an einer Verbesserung der Systeme durch
– größere und effizientere Windräder
– bessere Energiespeicher
– stärkerer Kombination mit Solarenergie
Fazit
Windenergie ist eine zentrale, kostengünstige und umweltfreundliche Technologie für eine nachhaltige Energieversorgung. Österreich plant langfristig, seinen Strombedarf vollständig aus erneuerbaren Quellen zu decken. Windenergie wird dabei neben Wasserkraft und Photovoltaik eine wichtige Rolle spielen.
Trotz der Herausforderungen beim Landschaftsschutz oder bei Genehmigungsverfahren – bleibt Windenergie eine der wichtigsten Säulen der Energiewende in Österreich und weltweit.
Quellen:
IG Windkraft: Windfaktenhttps://www.igwindkraft.at/assets/downloads/a1_plakat_wk-und-warum_druck.pdf Zugriff 26.3.2026
Österreichisches Bundesministerium für Energie
https://energie.gv.at/energiewende/wie-steht-es-um-windenergie-in-den-bundeslaendern Zugriff 26.3.2026
Editorialge: Windenergie-Vorreiter Österreich
https://de.editorialge.com/windenergie-vorreiter-osterreich Zugriff 26.3.2026
Statista: Windenergie, die Kraft aus der Lufthttps://de.statista.com/themen/609/windenergie/ Zugriff 26.3.2026
EVN Kleine Windkraft mit grossem Potentialhttps://www.evn.at/home/presse/kleine-windkraft-mit-gro-em-potenzial Zugriff 26.3.2026
Veronika Maierhofer
Schreiben macht mir Freude und Umweltthemen sind für mich sehr wichtig. Fotografie ist meine Leidenschaft, TaiChi fokussiert mich und für jede Art von Kunst kann ich mich begeistern. Ich lebe das halbe Jahr ganz urban in Wien und sonst meist am Bauernhof am Attersee.