Waldbrände (von Rebecca Lang)

Waldbrände im Sommer 2026

Der vergangene Sommer war geplagt von Hitze und Temperaturrekorden. Zusätzlich häuften sich weltweit Meldungen über Waldbrände als Folge der anhaltenden Trockenheit. In diesem Beitrag möchte ich ein Fazit über den Sommer 2026 ziehen, erklären, wie es zu Waldbränden kommt, welche Folgen diese Brände für die Natur und uns haben, und was getan werden kann, um sie in Zukunft zu verhindern.

Wie kommt es überhaupt zu einem Waldbrand?

Zwischen den zugrundeliegenden Ursachen und den konkreten Auslösern von Waldbränden muss unterschieden werden. 

Ursache

Das Brandrisiko hängt allgemein von einem Zusammenspiel aus vielen Faktoren ab, u.a. der Vegetation (z.B. dem Nadelholzanteil), den meteorologischen Bedingungen und der Niederschlagsmenge [1].

Deswegen begünstigen anhaltende Trockenheit und Hitze die Entstehung und Wind die Verbreitung von Bränden. Zudem ist zu erwarten, dass der Klimawandel mittelfristig zu einer konstanten Zunahme von Waldbränden führen wird [2].

Auslöser

Aber: Nur durch Hitze alleine entsteht noch lange kein Waldbrand. Dafür braucht es einen Auslöser, also ein konkretes Ereignis, das ein Feuer startet. Und in den meisten Fällen ist ein Mensch verantwortlich, denn laut der österreichischen Waldbranddatenbank werden ca. 85 % der Waldbrände durch menschliches Verhalten ausgelöst und nur ungefähr 15 % durch Blitzeinschläge [3].

Neben aktiver Brandstiftung kann auch menschliches Fehlverhalten zu Bränden führen [1]:

  • Rauchen und Zigaretten wegwerfen 
  • offenes Feuer (Lagerfeuer, Griller, Kerzen, usw.)
  • Feuerwerk (verursacht Funkenflug)

Rückblick auf die Waldbrände vom Sommer 2026

Österreich

Ende Juli wurden laut der Landwirtschaftskammer Österreich seit Jahresbeginn mehr als 270 Waldbrände in Österreich dokumentiert, wobei rund 230 ha Waldfläche betroffen waren [1]. Der Standard berichtete Mitte August auch, dass zu dem Zeitpunkt im Vergleich zu der Fläche, die in einem Durchschnittsjahr betroffen wäre, bereits die fünffache Fläche an Wald abgebrannt war [2].

Europa

Mit Stand des 23. Septembers 2026 sind in Europa fast 680.000 ha (das entspricht mehr als der 2,5-fachen Fläche von Vorarlberg) verbrannt und 2.101 Waldbrände dokumentiert worden. Der Sommer ist zwar vorbei, das Waldbrandrisiko aber nicht. Auch Ende September wurde noch ein hohes Risiko für Frankreich, Spanien und co. prognostiziert [4].

Besonders Frankreich wurde dieses Jahr an seine Grenzen gebracht. Es begann damit, dass Anfang Juli in den Ostpyrenäen ein Feuer ausbrach, welches sich durch den trockenen, dort typischen Wind schnellstens verbreiten konnte und innerhalb weniger Stunden den Ferienort Le Brasilia erreichte. Bereits dort mussten zwischen 1.500 und 3.000 Menschen evakuiert werden, währenddessen Unterkünfte und Boote verbrannten [5].

Aufgrund der langanhaltenden Hitzewelle von 16 Tagen und den damit ausbleibenden Niederschlägen brachen im Juli im ganzen Land viele weitere Feuer aus. Insgesamt verbrannten 125.000 ha Fläche und hunderttausende Menschen mussten aus ihren Häusern evakuiert werden [6].

Ähnlich erging es den Menschen in Spanien. Im Juli verbrannten ca. 140.000 ha, zum größten Teil als Folge von drei Großbränden. Mehr als 80.000 Menschen mussten evakuiert werden und weiteren 100.000 wurde geraten, sich aufgrund der Luftverschmutzung nicht im Freien  aufzuhalten [7].

Eine Studie aus 2026 hat den Einfluss der Erderwärmung auf die Wahrscheinlichkeit von Waldbränden in Hinblick auf Frankreich und Spanien analysiert. Dabei sind sie zu dem Schluss gekommen, dass diese extremen Ereignisse durch die Klimakrise viel wahrscheinlicher eintreten werden als noch in der vorindustriellen Zeit [7].

Vielleicht besonders überraschend ist, dass starke Regenfälle im Frühjahr für die extremen Brände mitverantwortlich sind. Sowohl in Spanien als auch in Frankreich kam es im Winter zu überdurchschnittlichen starken Regenereignissen, sogar mit Überflutungen als Folge (in Spanien 175% mehr Regenfall als normal [7] und in Frankreich 40 Tage Regen am Stück im Februar [8]).

Normal würde man denken, viel Regen sei wünschenswert, damit die Pflanzen gut gedeihen. Genau das ist 2026 auch passiert – durch den Regen ist die Vegetation im Frühjahr wuchernd gewachsen und in die Höhe geschossen. Aber dann begann der Sommer mit Rekordtemperaturen. Die angehäufte Biomasse trocknete durch die Hitze schnell aus und verwandelte sich in sehr leicht brennbares Material. Dadurch breiteten sich die Feuer schneller aus und wurden in ihrer Intensität verstärkt.

Dieses Phänomen, wenn das Wetter schnell von einem Extremen zum Nächsten springt, wird auch als „weather whiplash“ bezeichnet. Auch hier gehen Wissenschaftler:innen davon aus, dass es durch die Klimakrise häufiger auftreten wird [7].

Folgen für Mensch und Natur

Ein Waldbrand ist ein extremes und einschneidendes Ereignis.

Viele Menschen haben ihre Häuser und Lebensgrundlagen verloren, manche auch ihr Leben. Besonders die Menschen, die das Feuer bekämpfen, setzen sich großen Gefahren aus und riskieren vieles. Und auch wenn der Brand vorbei ist, bleibt zerstörte Infrastruktur und gesundheitsgefährdende Luftverschmutzung zurück [7].

Durch die Brände werden auch große Mengen an CO2 freigesetzt, die den Klimawandel vorantreiben. Im Jahr 2025 wurden die höchsten Waldbrandemissionen seit Beginn der Aufzeichnungen erfasst. Dabei handelte es sich um 47,3 Millionen Tonnen CO2. Greenpeace vergleicht diesen Wert mit dem „Ganzjahresbetrieb von zwölf Kohlekraftwerken“[9]. Um diese Emissionen der Atmosphäre wieder zu entziehen, wäre ein gesunder Wald in der Größe von der etwa 20-fachen Fläche, die 2025 abgebrannt ist, notwendig.

Neben der Funktion als CO2-Speicher gehen auch ökologische Funktionen durch Waldbrände verloren, denn Lebensräume von Tieren und Pflanzen werden dabei zerstört und die Artenvielfalt bedroht [9].

Es gehört betont, dass es Waldbrände schon immer gab und die Natur grundsätzlich Wege hat damit umzugehen. Es gibt sogar bestimmte Pflanzenarten, wie Mammutbäume in den USA, die erst durch Brände ihre Samen freisetzen. Zudem können Brände auch zur Verjüngung des Waldbestandes beitragen, indem alte Vegetation beseitigt wird und Neues wachsen kann [10]. 

Aber:

  1. Handelt es sich dort um Ökosysteme, die sich auf Brände spezialisiert und adaptiert haben. Damit diese Abläufe funktionieren, ist es wichtig, dass der Wald sich vorher lange genug entwickeln konnte. Denn häufige oder großflächige Brände verringern auch dort auf lange Sicht die Bodenfruchtbarkeit oder die Populationen von wichtigen Bodenlebewesen.
  2. Brennt es nun einerseits an Orten, wo es vorher nicht gebrannt hat und andererseits, brennt es selbst in Brandregionen wesentlich länger als zuvor, wodurch sich die Wälder nicht ausreichend erholen können. Dadurch wird die CO2-Speicherfähigkeit geschmälert und Pflanzen und Tiere haben keine Zeit sich an die neuen Bedingungen anzupassen [10].

Was braucht es zur Vermeidung von Waldbränden in Zukunft?

Nachdem Waldbrände in Zukunft häufiger, intensiver und länger auftreten werden, ist es notwendig präventive Maßnahmen zu setzen und diese lokal an die individuellen Bedingungen anzupassen. Da die Klimakrise durch Waldbrände angeheizt wird und die Brände dadurch wahrscheinlicher werden, sind deutliche Emissionsreduktionen unumgänglich, um das Waldbrandrisiko auf lange Sicht zu verringern.

Neben Aufklärung über die Vermeidung von absichtlicher oder fahrlässiger Brandstiftung, ist die Art der Bewirtschaftung der Wälder essenziell. Monokulturen, vor allem Nadelbaumwälder, sind wesentlich anfälliger für Trockenheit und dadurch leichter brennbar. Daher wäre ein Wandel zu naturnahen Wäldern empfehlenswert, da diese mehr Wasser speichern und Dürre besser überstehen [9].

Quellen:
[1] Landwirtschaftskammer Österreich (29.07.2026). Trockenheit birgt Waldbrandgefahr – aktuell äußerste Vorsicht geboten! https://www.lko.at/trockenheit-birgt-waldbrandgefahr-aktuell-%C3%A4u%C3%9Ferste-vorsicht-geboten+2400+4444877 (zuletzt abgerufen am: 05.10.2026)

[2] DerStandard (13.08.2026). Waldbrände werden in Österreich stetig zunehmen. https://www.derstandard.at/story/3000000335327/waldbraende-werden-in-oesterreich-stetig-zunehmen(zuletzt abgerufen am: 05.10.2026)

[3] Landwirtschaftskammer Österreich (26.06.2026). Waldbrände in Österreich: Ursachen, Risiken und Prävention. https://www.lko.at/waldbr%C3%A4nde-in-%C3%B6sterreich-ursachen-risiken-und-pr%C3%A4vention+2400+4435154 (zuletzt abgerufen am: 05.10.2026)

[4] Joint Research Center European Commission (2026). Current wildfire situation in Europe. https://joint-research-centre.ec.europa.eu/scientific-activities/natural-and-man-made-hazards/forest-fires/current-wildfire-situation-europe_en (zuletzt abgerufen am: 05.10.2026)

[5] Maunder, H. (2026). Waldbrände in Frankreich: der Katastrophen-Sommer 2026. Blogbeitrag. https://meinfrankreich.com/waldbraende-in-frankreich-2026-chronologie-analyse/ (zuletzt abgerufen am: 05.10.2026)

[6] Wikipedia (2026). Waldbrände in Frankreich 2026. https://de.wikipedia.org/wiki/Waldbr%C3%A4nde_in_Frankreich_2026 (zuletzt abgerufen am: 05.10.2026)

[7] Barnes et al. (2026). Climate change increases likelihood of compounding drivers of severe wildfire conditions in France and Spain. https://www.worldweatherattribution.org/climate-change-increases-likelihood-of-compounding-drivers-of-severe-wildfire-conditions-in-france-and-spain/ (zuletzt abgerufen am: 05.10.2026)

[8] France 24 (24.02.2026). ‚A winter’s worth of rain‘: France’s record 40-day streak comes to an end. https://www.france24.com/en/france/20260224-winter-worth-of-rain-france-record-40-day-rainfall-streak-comes-to-an-end (zuletzt abgerufen am: 05.10.2026)

[9] Greenpeace (2026). Waldbrände: Ursachen und Folgen. https://www.greenpeace.de/biodiversitaet/waelder/waldbraende-ursachen-folgen (zuletzt abgerufen am: 05.10.2026)

[10] WWF (2022). Waldbrände: ein natürliches Phänomen außer Kontrolle. https://www.wwf.de/themen-projekte/waelder/waldbraende/natuerliches-phaenomen-ausser-kontrolle (zuletzt abgerufen am: 05.10.2026)

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